(Not) being Raul Krauthausen

Eine Polemik.

Ganz viele Menschen auf der Welt sehen gleich aus: Alle Schwarzen Menschen sind z.B. Drogendealer und Asiat_innen kann mensch (als Weiße_r, aber psssst) sowieso nicht auseinanderhalten. Auch die Frage, warum wohl alle Menschen mit Trisomie 21 gleich aussähen, beschäftigt zahlreiche User_innen in diversen Frage-Antwort-Foren wie gutefrage.net und cosmiq.de: Klick.

User_in reyna12 hat seine_ihre umfangreichen Erkenntnisse über Menschen mit Behinderungen schließlich auf gutefrage.net zusammengefasst um mit anderen mindestens ebenso erfahrenen User_innen über die Ursachen dafür zu sinnieren:

hey ich und meine Freunde haben uns mal gefragt warum behinderte(kranke) Leute oft gleich aussehen(die Augen oder so) keine hat eine richtige Antwort finden können … aber vielleicht ihr? wäre nett von euch 😀

Hä?

michel-petrucciani-a-ete-emporte-a-l-age-de-36-ans

Der Mensch auf dem Foto war übrigens der Jazzpianist Michel Petrucciani. Mein Vater hielt sich immer für ziemlich witzig (oder intelligent? oder beides?), an den unpassendsten Gelegenheiten zu erwähnen, dass es ja mal so einen berühmten Menschen gab, der die gleiche Behinderung hatte wie ich.
So hat es mich dann auch nicht mehr überrascht, dass mich letztens auf einer Party eine Person am Tresen – wahrscheinlich hellauf begeistert von ihrer eigenen Scharfsinnigkeit – ansprach: „Du siehst aus, als wärst du der Sohn von Michel Petrucciani!“. Tatsächlich war das einzig Überraschende daran, dass ich ausnahmsweise einmal nicht für Raul Krauthausen gehalten wurde.

Raul Krauthausen, Aktivist und Autor.
Rollstuhlfahrer, kleinwüchsig, braune Haare – sehr präzise Personenbeschreibung, weißte Bescheid. Voll logisch, weil ja alle laufenden Menschen über 1,50 mit braunen Haaren auch gleich aussehen. Mit Rauls Bekanntheitsgrad steigt auch die Verwechslungsrate und mittlerweile würde ich sagen, werde ich in fünf Tagen mindestens drei Mal für Raul gehalten. Wenn mich Menschen anstarren bin ich mir schon gar nicht mehr sicher, ob sie aus Voyeurismus starren, oder weil sie sich einfach fragen, ob „das der Typ aus dem Fernsehen ist“!
Irgendwann war allerdings zur Abwechslung auch mal jemensch überzeugt davon, dass ich Birgit Komanns sein müsste, die vor fast 40 Jahren in der Originalfassung des Films „Die Vorstadtkrokodile“ den Rollstuhlfahrer Kurt gespielt hat.

Ich hab mal versucht, auf Basis dieser Informationen über mein Aussehen ein Phantombild zu erstellen. Das bin also ich:

Tadaaaaaaaaaaaaaaaaa!

ich

Verlustangst #2

Handicap Love – Die seriöse Singlebörse für Menschen mit Behinderung.

„Du solltest dich da anmelden, wenn du nicht irgendwann alleine enden willst.“, riet mir mein Vater immer wieder. „Am Besten jemanden, der auch kleinwüchsig ist. Die Normalgroßen, da brauchste gar nicht erst anfangen. Männer möchten keine Frauen, die gerade mal halb so groß sind wie sie. Aber ein netter, kluger, kleinwüchsiger Mann – das wäre doch was.“ Ich war noch nicht mal vierzehn.

Als Kind war ich der Meinung, wenn ich mal einen Mann finden würde, wäre es für mich auch kein Problem, wenn er mit anderen Frauen schlafen würde. Nicht etwa, weil ich damals schon Mono-Beziehungskonzepte kritisiert und dekonstruiert habe, sondern vielmehr, weil ich ohnehin der Überzeugung war, dass kein Mann jemals mit mir Sex haben wollen würde.
Ich glaube sogar, ich hielt es nicht für möglich, dass ich überhaupt Sex haben könnte. Weder im traditionell-heteronormativen Sinne geschweige denn in jedem anderen Sinne.

„Wenn du nicht alleine bleiben willst, musst du Kompromisse eingehen!“

Vierte Klasse Grundschule. Ich, das kleine Mädchen, verknallt (so verknallt, wie Bravo lesende Viertklässlerinnen eben sein können) in einen Jungen, nennen wir ihn Johannes. Ich bin nicht das erste Mädchen, von dem die halbe Klasse weiß, in wen sie gerade verknallt ist.
Aber die erste, seit vier Schuljahren, deren Verknalltheit ungeniert, laut und offen in den Pausen diskutiert wird. „Florina ist verknallt? Ernsthaft?!“ „Haha, stellt euch das mal vor!“. Auf der Tafel steht in einem großen Kreideherz „F + J“. Johannes liest einen „Liebesbrief“ von mir. Er ist nicht echt. Ich streite alles ab. Alles. Ich? Verliebt? Quatsch! Was für eine Vorstellung, das finde ja selbst ich albern.

„Seid ihr zusammen?“ „Nein, wir sind nur Freunde.“ Nur. Freunde.
„Bist du der Betreuer?“ „Nein, wir sind befreundet.“ Befreundet. Immerhin.

„Du brauchst gar nichts sagen, du hast doch eh keine Ahnung von Beziehungen! Finde du erstmal jemanden.“ Aber gut genug, mir die Beziehungskrisen von Freund_innen anzuhören. Geht klar, ich stimme ja eh allem zu, hab ja keine Ahnung.

„Kannst du überhaupt Sex haben? Und wenn du Kinder kriegst, werden die dann auch behindert?“

Identifikationsfiguren?
Quasimodo, der „missgestaltete“ (sic!), „hässliche“ Glöckner von Notre Dame, der unglücklich in die schöne Esmeralda verliebt ist, aber verständnisvoll und demütig akzeptiert, dass sie den schönen, gesunden Hauptmann Phoebus liebt. Danke, Disney!

Fun-Fact: In den meisten Kindergeschichten sind die Bösen immer auch die „Hässlichen“. Oder nicht eigentlich eher umgekehrt? Wären die Hässlichen gut, müsste ihnen ja Menschlichkeit zugesprochen werden.

Mama: „Ist er dein bester Freund?“
Ich: „So ähnlich.“
Mama: „Warte… Ihr seid doch nicht etwa zusammen?!“ Doch. Nicht. Etwa. Wirklich??!?!einself!?!

Nein.

Zaghafte Versuche, meine Begehrbarkeit zu beweisen. Irgendwer wird doch wohl…
Gleichzeitig Angst vor Voyeurismus. Welcher normale Mensch hat denn was mit einem Behinderten?!
Unschöne Erfahrungen. Zu wenig Selbstwertgefühl, auf die eigenen Grenzen zu achten.

Sehen und gesehen werden. Will ich dich küssen, weil ich dich küssen will? Oder will ich dich küssen, damit alle sehen, dass ich geküsst werden kann? Beides. Ständig schwankend.

Die Hässlichen sind nichts wert, sind nichts wert, sind alleine.

„Du solltest dich wirklich bei Handicap Love anmelden, wenn du nicht alleine bleiben willst. Irgendwann werden alle einmal ihre eigene Familie haben und du sitzt dann alleine zuhause und hast nichts zu erzählen.“
Beziehungen sind Errungenschaften, um die gekämpft wird. Verloren? Versagt.

Verlustangst.

Angst vor dem Versagen.
Beziehungen sind Herausforderungen.
„Du musst um Beziehungen kämpfen!“

Kämpfen. Gewinnen. Verlieren.
Aber kämpfen gegen wen?
Enttäuschung? Versagen.
Ich habe versagt.

Du leidest, ich leide.
Ich leide vor Angst.
Angst, versagt zu haben.
Deine Aufmerksamkeit nicht wert zu sein.

Selbstwertgefühl? Abhängigkeit.
Angst, zu verlieren, was mir gut tut.
Aber wie kann ich bei dir sein,
wenn ich nur meine Angst höre?

Du schließt die Tür.
Ich klopfe an.
Du stellst den Tisch davor.
Ich klopfe fester.

Du gehst.
Ich versuche, dich festzuhalten.
Du schreist „Stop!“
Ich zucke zusammen.

Stop.
Pause.
Durchatmen.

Du hast schon mal „Stop“ gesagt, oder?
Und ein anderes Mal auch, nicht wahr?
Ich habe nicht zugehört.
Ich habe aufgehört, dir zuzuhören.

Ich lasse dich endlich los.
Und will schon fragen: „Kommst du wieder?“
Ich habe aufgehört, dir zuzuhören.
Und meine Angst will schon wieder reden.

Panik.
Herzrasen.
Mein Körper will die Trauer nicht zulassen.

Ich habe dich verletzt.
Es tut mir leid.

Was brauchst du?

Weiterlesen

„Auf Augenhöhe“

Letztens habe ich mich mit einem Freund über Sichtbarkeit unterhalten. Für mich mit meinem Elektrorollstuhl und meiner auffallend geringen Körpergröße gibt es kaum öffentliche Räume, in denen ich mich unbe(ob)achtet und unsichtbar aufhalten kann. In einem gewissen Maß habe ich mich mit dieser permanenten Beobachtung arrangiert und kann penetrante Blicke relativ gut ignorieren.

Dennoch geht mit dem Wissen, beobachtet zu werden, immer auch ein Gefühl der Bedrohung einher – wer weiß schon, was die Person, die jetzt noch starrend an der Ecke steht, gleich tun wird? Vorgestern beispielsweise stand ich keine fünf Minuten an einem Platz, bis ich von einer Person gefragt wurde, ob sich denn jemand um mich kümmert. Den vorwurfsvollen Blick auf meine Antwort „Kümmern Sie sich einfach um sich selber!“ gabs dann gratis dazu. Und gestern Abend im Bus wurde ich ebenfalls von einer mir völlig fremden Person gefragt, ob ich eine Begleitperson dabei hätte. Und vor ein paar Tagen bei einem Konzert wurde der Freund, mit dem ich dort war, ebenfalls von einer uns völlig fremden Person gefragt, ob er Heilerziehungspfleger sei. Klar, wer sonst geht mit jemand so Behindertem freiwillig zu einem Konzert?!

Und doch: Es gibt eine Möglichkeit, unsichtbar zu werden. Nämlich dann, wenn ich mal was von den Menschen will, die da so rumstehen und gaffen.

Vor einer Weile habe ich mit einigen Menschen bei einem Spendenstand für TransInterQueer e.V. (http://www.transinterqueer.org/)  auf einer Party gestanden und die Aufgabe übernommen, die ankommenden Gäste anzusprechen, ob sie Shots gegen Spende trinken möchten. Für mich wenig überraschenderweise haben die meisten der an uns vorbei gehenden Menschen mir nur irritierte Blicke oder übertrieben fake-friendly Blicke zugeworfen und sind zügig weitergegangen – oder aber haben sich an die übrigen, laufenden Leuten vom Stand gewandt. Später meinte eine Person, die auch hinter dem Stand stand, sie hätte den Eindruck gehabt, die Leute seien an mir „wie an so einem Hindernis vorbeigegangen. So ein Stuhl, der einfach im Weg steht.“.

Noch absurder: Als ich einmal bei einer Veranstaltung am Einlass geholfen und Stempel verteilt hatte, wurde die Person an der Kasse immer wieder gefragt, wo es denn die Stempel gäbe – obwohl ich direkt daneben saß.

Wenig erstaunlich in dem Zusammenhang, dass ich heute, als für einen Promotion-Minijob (Werbezeugs verteilen) anfragte, abgelehnt wurde, mit der Begründung, die Leute sollen sich doch mit dem_der Promoter_in „auf Augenhöhe unterhalten können“. Und das geht ja schließlich nicht, wenn mensch mich doch grad eigentlich nur in Ruhe begaffen will. Oder Pfadfinder_in spielen, auf meine Kosten.

T’nT #2: Backup and Recovery of Master Boot Record

TNTSo here’s another tipp on a bit advanced level but still useful for everyone. Kindly provided by Melli. 🙂

Short for Master Boot Record, MBR is also sometimes referred to as the master boot block, master partition boot sector, and sector 0. The MBR is the first sector of the computer hard drive that tells the computer how to load the operating system, how the hard drive is partitioned, and how to load the operating system.
So if the MBR is ever broken, you won’t be able to boot anymore. To prevent that, you can build a backup.

  1. You need some kind of Linux Terminal with root access, e.g. Open Konsole which is included within openSuSE 13.1 – KDE
  2. Type the following command:
    sudo dd if=/dev/sdX of=/home/USER/mbr.bin bs=512 count=1Where sudo means: execute command as user root
    Where /dev/sdX means: the device node of your boot harddisk e.g. /dev/sda
    Where USER means: the username you used to login e.g. terri → /home/terri/
    Where bs=512 means: the size of one block is 512 bytes
    Where count=1 means: copy one block

console

How to restore a backup of your Master Boot Record including the Partition Table:

  1. You need some kind of Linux Terminal with root access
    Type the following command:
    sudo dd if=/home/USER/mbr.bin of=/dev/sdX bs=512 count=1Means: you simply swap the parameters if= and of= from the above backup command

Was that article helpful? Do you have any other ideas how to do this? Feel free to share within the comment box! 🙂

Tipps ’n Tricks #1: Laptop recyclen

special thanks to Frl. Urban, dTNTie ihren Laptop als „Model“ zur Verfügung gestellt hat. 😉 Mehr von ihr gibts zu lesen unter http://frlurban.tumblr.com/.

Manchmal hilft nichts mehr: Der Laptop ist Schrott und jede Ersatzteilbeschaffung wäre unverhältnismäßig teurer und umständlicher als eine Neuanschaffung. Also: Laptop auf den Schrottplatz und gut ists? Nicht ganz!

Mit einem handelsüblichen Elektronik-Kreuzschraubenzieher der Größe PH00 aus dem Baumarkt um die Ecke und einer Plastikkarte (eine alte BahnCard z.B.) könnt ihr so gut wie jeden Laptop auseinandernehmen und in sein Innenleben eingreifen. Im Zweifel einfach den Laptop mit in den Baumarkt nehmen und ausprobieren, welche Schraubendrehergröße passt.
Youtube-Tutorials zum Stichwort „Laptop [wahlweise gleich das Modell] aufschrauben“ liefern hierbei gute Unterstützung.

Die zwei am Einfachsten und Schnellsten verwertbaren Bauteile in so einem Laptop sind die Arbeitsspeicherriegel und die Festplatte.

1. Festplatte

Interne Festplatten gibt es in verschiedenen Größen und mit unterschiedlichen Anschlüssen.

Auf dem folgenden Bild seht ihr eine 2,5 Zoll Festplatte mit SATA-Anschluss (Serial-ATA, kurz SATA oder S-ATA, ist eine Schnittstelle für Massenspeicher, wie Festplatten und Wechselspeicher-Laufwerke.)

IMAG0652

Wenn ihr die Festplatte losgeschraubt habt, müsst ihr sie meistens leicht anheben und könnt sie dann von Anschluss abziehen:

IMAG0650

In den meisten Elektromärkten findet ihr für zwischen 10 und 15 Euro Festplattengehäuse mit SATA zu USB-Adapter.* Dort kann die ausgebaute Festplatte eingesetzt werden und anschließend als externe Festplatte an jedem PC mit USB-Anschluss benutzt werden.

Dafür müsst ihr nur noch alle an der Festplatte verschraubten Metallplättchen abschrauben, mit denen die Festplatte am Laptop verschraubt war. Fertig ist die neue externe Festplatte! 🙂

*In manchen Netbooks sind 1,8 Zoll ATA Festplatten verschraubt. Auch für diese Größe und Anschlüsse gibt es entsprechende Gehäuse. Fragt im Zweifel bei der Suchmaschine eures Vertrauens nach. 😉

2. Arbeitsspeicher

Meistens noch bevor ihr die Festplatte erreicht habt, kommt ihr an den Arbeitsspeicher heran. An unserem Beispielcomputer befand sich auf der Unterseite eine Klappe, für die wir nur vier Schrauben lösen mussten, um an die Riegel zu kommen:

IMAG0653

An beiden Seiten befinden sich Hebel, die ihr zur Seite drücken müsst (auch das ist bei so gut wie allen neueren Modellen gleich), dann könnt ihr den Riegel abziehen.

IMAG0654

Den ausgebauten Riegel könnt ihr entweder als Ersatzteil benutzen, oder aber einen neuen Laptop damit aufrüsten, wenn noch ein weiterer Slot frei ist.

War dieser Artikel hilfreich? Hast du schon einmal weitere Ersatzteile aus deinem Laptop/PC aus-/eingebaut?

Platz da!

Oder: Gedanken zu barriereärmerem Veranstaltungsmanagement

Wir, Melli und ich waren am Wochenende auf einer sehr schönen, empowernden Veranstaltung in einem Raum, den wir sehr gerne besuchen. Wir mussten aber leider dieses Mal beobachten, was wir gefühlte abertausende Male auf Veranstaltungen erlebt haben, selbst auf denen, die sich nach eigenem Anspruch bemühen, Barrieren abzubauen. Mit diesem Text wollen wir Erfahrungen teilen und wünschen uns, dass diese respektiert und in künftige Veranstaltungsplanungen und die Diskussion darum mit einbezogen werden.

Rollstuhlplätze in den ersten Reihen zu reservieren macht Sinn. Besser als am Rand geparkt zu werden, ist das allemal und mensch sieht vom Rollstuhl aus definitiv mehr, wenn sich keine stehenden Menschen wie eine Sichtschutzmauer davor aufbauen.
Wenig Sinn macht es allerdings, wenn diese Plätze weder zu erreichen, noch zu verlassen sind. Es ist ja schön, wenn Menschen am Einlass so aware, aufmerksam sind, die Lage zu erkennen und sich bereitwillig mit in die Menge stürzen, um den Rollstuhlplatzbereich dennoch zu erreichen. Das kann jedoch keine Lösung sein, zumal nicht davon auszugehen ist, dass alle anwesenden Menschen entsprechend rücksichtsvoll sind. Im Gegenteil: Die Bandbreite an Blicken der Menschen an denen beispielsweise ich in besagter Veranstaltung vorbeifahren musste, reichte von latent genervt, jetzt zur Seite weichen oder aufstehen zu müssen, bis hin zu übertriebener Umsichtigkeit: Es ist eben ein_e Rollstuhlfahrer_in ist, der_die vorbei möchte („Mach mal Platz für den Rollstuhl“ sic!).
Dabei sind es gerade solche Räume und Veranstaltungen, in denen ich einmal nicht auffallen möchte, nach einem (All)tag des Angestarrtwerdens, des Auffallens. Wir sind alle nicht frei von dem gesellschaftlichen Gedanken, sog. „Behinderte“ als Belastung zu betrachten. Klar, auf einer vollen Veranstaltung stehen sich alle Menschen irgendwie gegenseitig im Weg. Und dennoch wird die Person, die sich mitsamt Rollstuhl durch die Menge quetscht immer mehr auffallen als jede random laufende Person.

Mit einem Rollstuhl kann mensch sich nicht mal eben „dünn“ machen. „Dünn“ steht hier synonymisch für platzsparend, effizient, gesund, praktisch und bedient damit Herrschaftsverhältnisse, die Menschen unter neoliberaler Denkweise zu optimieren versuchen. Sollte das wirklich Zugangsvorraussetzung für eine Veranstaltung sein, sich „dünn“ machen zu können? Platzsparend zu sein? Damit möglichst viele Menschen gleichzeitig an einer Veranstaltung teilnehmen können?
Es hat nichts damit zu tun, eine Veranstaltung für „alle“ zugänglich zu machen, wenn ein Einlassstopp zu spät umgesetzt wird. Die Anzahl der Menschen, die die Veranstaltung sehen, kann auch dadurch erhöht werden,  die Veranstaltung häufiger abzuhalten. Es stellt sich die Frage, ob  Veranstalter_innen die Verantwortung für die Teilnehmer_innenanzahl gänzlich in die Hände der Teilnehmenden legen möchte, um den eigenen  Aufwand so gering wie möglich zu halten. „So viele wie möglich“ hineinlassen zu wollen, produziert jedoch mehr Ausschlüsse, als dass es welche vermeidet, da nicht jeder Mensch Kraft und Möglichkeit hat, sich dem Prinzip eines effizienten Veranstaltungsmanagements unterzuordnen.

Das gilt auch für Menschen, die nur vermeintlich in der Lage sind, sich Menschenmassen auszusetzen. Körperkontakt kann bei Menschen auch Reizüberflutung oder physische Schmerzen auslösen, was nicht immer sichtbar ist und auch nicht immer sichtbar gemacht werden kann und will. Wir sind der Ansicht, dass in Räumen, in denen körperliche Grenzen möglichst geachtet werden sollen_wollen, mehr darüber nachgedacht werden muss, inwieweit unfreiwillige Berührungen vermeidbarer sind bzw. wenn dies nicht gewährleistet werden kann, dies deutlicher kommuniziert wird.
Eine Möglichkeit dafür könnte es sein, von vorneherein anzukündigen, wie viele Menschen maximal in dem Raum gelassen werden, ob es spezielle Bereiche mit mehr Platz geben wird, oder nicht und wie diese erreichbar sein können. Es kann nicht sein, dass wir am Ende in emanzipatorischen Räumen unsere Schwerbehindertenausweise hervorziehen müssen, um mit unseren Bedürfnissen respektiert zu werden.

Wir sind gespannt auf weitere rege Diskussionen und Vorschläge, Veranstaltungen noch ausschluss- und barriereärmer zu gestalten.

FLT*I* DIY Computer Sprechstunde @TRIQ

Am 17.1. (und ab dann jeden dritten Freitag im Monat), findet bei TrIQ (Glogauerstraße 19, Hinterhof, 10999 Berlin) eine Art Computersprechstunde für alle interessierten Trans*, Inter*, Lesben und Frauen* statt.

unnamedWir, Ann und Ed, wollen in entspannter Runde und abseits von cismännlichem Technik-Expertenmackertum Probleme mit Rechnern, Computern, Maschinen bequatschen,

Erfahrungen austauschen, Fragen beantworten und die sprichwörtliche „Hilfe zur Selbsthilfe“ anbieten.
Bei uns gibt’s keine vorgefertigten Lösungen, wir nehmen dir nicht den Rechner aus der Hand. Dadurch dauert es vielleicht etwas länger, bis wir zusammen eine gute Lösung gefunden haben, aber wir möchten, dass alle Beteiligten nachvollziehen können, was der Fehler war und wie die Lösung aussieht. Interesse und eine Portion Neugier reichen, Vorkenntnisse oder eine Identifikation als Nerd_in brauchst du nicht!

Wenn du ein neues (freies) Betriebssystem ausprobieren möchtest, können wir auch das gemeinsam machen. Dazu solltest du deine Daten gesichert haben (zum Beispiel, indem du sie auf einer externen Festplatte gespeichert hast) und am besten einen leeren USB-Stick oder eine DVD mitbringen. Hast du das gerade nicht zur Hand, leihen wir dir gerne für diesen Abend eines von beidem.

Nächster Termin: Freitag, 17.1.14 ab 17 Uhr

Wir freuen uns auf euch!

Ann & Ed (aka riot_nrrrd)

Gaylind_es nächster Auftritt?

Gaylind_e, das kleine Schweinhörnchen. So lautet der Name jenes Schweinhörnchens, das ursprünglich anlässlich eines Geburtstages das Licht der Welt erblickte und nun fröhlich glitzernd durch einen virtuellen Sternhimmel fliegt:

Inspiriert von der Zeichnung eine_s_r mir unbekannten Künstler_s_in (hat jemensch Infos?):

541923_559833100712803_1773671844_n

 

Die spannende Frage ist nun aber: War das Gaylind_es erster und letzter Auftritt?

Wenn ihr Ideen für weitere Filmchen mit Gaylind_e habt – Geschichten, vage Ideen oder eigene Musik – und noch nach dem passenden Schweinhörnchen für die visuelle Umsetzung sucht, schreibt mir ne Mail an riot_nrrrd ät riseup dot net oder kommentiert diesen Artikel. 🙂

Firefly – Busprojekt

Heute lade ich endlich mal Zeug aus einem Projekt hoch, an dem mir ganz besonders viel liegt: Bilder fürs Firefly Busprojekt <3 (draufklicken für größere Anzeige)

firefly

fireflySticker

Worum geht’s?

„Wir sind eine Gruppe von Menschen, die bei der Orga von Solipartys, Demos, Camps und Straßenfesten immer wieder auf Probleme gestoßen sind, wenn es darum ging, ein Auto jenseits von kommerziellen Autovermietungen oder Privatautos zu organisieren.

Wir finden, dass eine solche selbstverwaltete Infrastruktur in dieser Stadt für alle, die politische Veranstaltungen organisieren wollen, bestehen sollte und möchten sie deshalb ab jetzt anbieten: Solidarisch und unkommerziell.*Das heißt auch, dass das Auto nicht unser Privateigentum ist und alle Benutzer_innen entsprechend verantwortungsvoll und pfleglich damit umgehen müssen. Wir wünschen uns, dieses Auto möglichst lange für alle Menschen zugänglich zu machen.

Wir sind ab sofort mit einem VW-Kleinbus mit acht Sitzplätzen am Start, den ihr gegen Spende benutzen könnt. Bei Bedarf können wir Kindersitze in verschiedenen Größen bereitstellen. Die Sitzbänke können aber auch ausgebaut werden, falls ihr größere Dinge transportieren wollt und momentan arbeiten wir daran, das Auto rollstuhlgerecht umzubauen, wofür wir noch weitere Spenden benötigen.“ (aus dem Firefly-Erklärungsflyer, siehe unten)

Mehr Infos zum Firefly Bus zum Lesen und Weiterverbreiten

Deutsch + English + Türkçe
Español + Français

ffvorneKlein  ffhintenKlein